Gebürtiger Iraner lenkt Unternehmen mit internationalen Mitarbeitern …

Unsere Software ermöglicht es, an mehrere Tausend Haustüren zu klopfen

Gebürtiger Iraner lenkt Unternehmen mit internationalen Mitarbeitern …

Hamed Rahimi Darehchi vertreibt eine Software aus Herford, die Mittelständlern auf dem Weg zum Kunden hilft. Der IT-Entwickler programmiert seit seiner Kindheit.

 

von Ralf Bittner
12.02.2024 

Hamed Rahimi Darehchi ist mit der von ihm entwickelten App für Direktmarketing deutschland- und europaweit am Markt. Der Herforder mit iranischen Wurzeln hat damit insbesondere die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen im Blick. © Ralf Bittner
Herford. Seit 2021 ist die Solutions-apps DG GmbH mit Software-Lösungen für Direktvertrieb, Multi-Level-Marketing und Strategieberatung speziell für mittelständische Betriebe am Markt. Mit dem Software-Entwickler und Geschäftsführer Hamed Rahimi Darehchi lebt einer der beiden Gründer in Herford. Der 1983 geborene Darehchi programmiert seit seinem achten Lebensjahr.

Ganz im Trend der Zeit verzichtet Darehchi auf ein eigenes Büro, sondern nutzt einen Co- Working-Platz im Denkwerk. „Corona hat gezeigt, dass das möglich ist und wir sind dabei geblieben.“

Ohnehin lebt nur der Geschäftsführer in Herford. Die Softwareentwickler arbeiten in Brasilien, in der Türkei oder seinem Heimatland Iran. „Das erfordert ein striktes Projektmanagement und man muss sich darauf einstellen, dass die Mitarbeitenden in verschiedenen Zeitzonen leben und teilweise selbst die Wochenenden auf unterschiedliche Tage fallen. Einen Tag frei hatte ich schon lange nicht mehr“, sagt Darehchi. Ganz selbstgewählt ist die Arbeitsweise nicht: „In Deutschland ist der Arbeitsmarkt für qualifizierte Software-Entwickler quasi leer gefegt.“

Darehchi wurde das Programmieren in die Wiege gelegt

Dem 1983 geborenen Hamed Rahimi Darehchi wurde das Programmieren quasi in die Wiege gelegt. Der Vater war Hydrologe und programmierte sich die Software zur Kartierung des Meeresboden selbst. „Mit acht begann ich mit mit dem Programmieren“, sagt Darehchi. Es folgten ein Studium, ein paar Jahre Berufserfahrung und dann das Master-Studium in Ungarn. Dort lernte er seine Frau kennen. Als diese eine Stelle am Klinikum Herford fand, zog das Paar 2015 nach Herford. „Eigentlich wollten wir nur ein halbes Jahr bleiben“, erzählt Darehchi, der damals kein Wort Deutsch sprach: „Herford kam uns so klein vor, immerhin sind Budapest und Teheran beides Millionenstädte.“

Darehchi, inzwischen deutscher Staatsbürger, legt Wert darauf, dass er nicht als Geflüchteter sondern als Einwanderer nach Deutschland kam.

Das nötige Startkapital verdiente er mit einem Online-Shop

Das machte sich beim ersten Anlauf zur Existenzgründung bemerkbar. Für einen Kredit hätte das Paar eine Hypothek auf das Haus aufnehmen und außerdem die Frau mit haften müssen. Statt Existenzgründung folgten also erneut einige Jahre in angestellter Tätigkeit. Das nötige Startkapital verdiente er schließlich mit einem Online-Shop für Handy-Schutzfolien. Er weiß also, welche Produkte gebraucht werden und wie sie an die Menschen zu bringen sind.

Kernprodukt ist eine Software, die Lösungen für Direktvertrieb, Multi-Level-Marketing, Verwaltung und Analyse vereint. Inzwischen ist die Software deutschland- und europaweit im Einsatz und stehe, so Darehchi, kurz vor der Expansion in weitere 45 Länder. Das Unternehmen ist Kooperationspartner des Bundesverbands Direktvertrieb, Technologiepartner so renommierter Unternehmen wie Microsoft oder Deutsche Telekom und Premium-Partner von Ionos.
Darehchi bietet nicht nur die Software an, sondern schaut sich vorher genau die Abläufe in den Unternehmen an, um eine maßgeschneiderte Anwendung liefern zu können. „Wenn sich ein Unternehmen nicht von bestimmten Abläufen lösen möchte, passen wir unsere Software so an, dass sie diese Abläufe unterstützt und im Hintergrund optimiert.“

„Unsere Software ermöglicht es, an mehrere Tausend Haustüren zu klopfen“

„Unsere Software ermöglicht es, an mehrere Tausend Haustüren zu klopfen“

Neben der Optimierung der internen Abläufe biete die Software auch viele Möglichkeiten, um die Kunden zu erreichen. Das reicht vom Erstellen täglich aktualisierter Produktbeschreibungen inklusive dynamischer Suchmaschinenoptimierung mittels KI bis zur Analyse des Kaufverhaltens. So werden Kunden rechtzeitig an die Bestellung erinnert, die Firmen bekommen eine Übersicht, wer was wann bestellt und können so Produktion und Lagerhaltung besser planen.

Das automatisierte Erstellen eines täglichen Postings für die Follower einer Firma in den Sozialen Medien ist da noch eine der eher leichteren Übungen. Darehchi vergleicht diese Form des Marketings mit dem früher üblichen Verkauf von Staubsaugern an der Haustür: „Unsere Software ermöglicht es, in den sozialen Medien quasi gleichzeitig an mehrere Tausend Haustüren zu klopfen und dabei vorher schon zu wissen, ob überhaupt Bedarf besteht.“

Teil des Online-Geschehens verlagert sich wieder in den stationären Handel

Darehchi beobachtet seinen eigenen Markt genau. „Während Corona drängten alle ins Internet und der Markt boomte. Jetzt verlagert sich ein Teil des Online-Geschehens wieder in den stationären Handel. Gefragt sind nun Konzepte, wie die Kunden gehalten und neue erreicht werden können“, sagt er: „Viele mittelständische Unternehmen haben sich mit viel Aufwand eigene Online-Shops zugelegt, die aufwendig betreut werden müssen, obwohl die Kunden nach dem Googeln oft bei den großen Händlern statt im Firmenshop landen.“ Auch da könne die Software mit Shopverwaltung und Direktmarketing helfen.

Darehchi hat einige Kunden der ersten Stunde in Herford und Umgebung. Kontinuität sei wichtig, um sich am Markt zu behaupten. Dazu gehöre bei aller Digitalisierung des Geschäftes auch die gelegentliche physikalische Präsenz auf Messen wie kürzlich bei den Partnertagen in Bad Salzuflen.

Viele Besuchende am eigenen Stand hatte die Solutions-apps GmbH zwar nicht, aber Darehchi fuhr mit einigen Terminen im Kalender nach Hause: „Der Besuch hat sich also gelohnt.“

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